Kilian
Das wahrscheinlich älteste Gebäude in Marburg ist die romanische Kilianskapelle am Schuhmarkt. Das Gebäude entstand etwa zwischen 1180 und 1200 und wurde bis zur Reformationszeit (1526) als Kirche genutzt.
Ab 1527 wurde im Kilian die Marburger Stadtwaage untergebracht. Im Kirchenchor richteten die Marburger Schuhmacher 1535 ihre Zunftstube ein. Das Kirchenschiff erhielt im Jahr 1545 eine neue Bestimmung als Backstube.
Im Jahr 1552 vernichtete eine Flut die alte steinerne Brücke zur Marburger Vorstadt Weidenhausen; daraufhin wurden der Ostturm, die Gewölbe und der Giebel des Kilians abgerissen und die Steine für die nötige Reparatur der zerstörten Brücke verwendet.
1581 wurde das mittlerweile zum Schweinestall verkommene Gebäude nach einem Ratsbeschluss wieder instand gesetzt. Das Gebäude erhielt nun ein neues Fachwerkobergeschoß und die heute noch vorhandenen Renaissancefenster. Ab 1611 wurde der Bau als Schul- und Waisenhaus genutzt.
Um 1872/73 erfolgte dann ein erneuter Umbau. Danach war hier zunächst weiterhin eine Schule, später ab 1910 die Marburger Stadtverwaltung und die Stadtpolizei ansässig. Während der NS-Zeit war im Kilian die Dienststelle der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) untergebracht.
Im Jahr 1964 wurde der Kilian dann gründlich renoviert und ist heute der Hauptsitz des Deutschen Grünen Kreuzes.
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Der Kilian |
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