Marburg in Hessen
Copyright © 2016 Wolfgang Krebs. Alle Rechte vorbehalten.
Harnack, Adolf von
Theologe, Politiker und Historiker Geboren am: 07.05.1851 in Dorpat, Estland Gestorben am: 10.06.1930 in Heidelberg Adolf von Harnack zählte Anfang des 20. Jahrhunderts zu den bekanntesten Theologen in Deutschland. Harnack   wurde   1851   in   Dorpat   (heute:   Tartu)   geboren.   Nach   seinem   Theologiestudium   (1869-1872)   an   der   Universität Dorpat   wechselt   er   1873   nach   Leipzig,   wo   er   promoviert   und   habilitiert.   Von   1875   bis   1878   ist   er   an   der   Leipziger Universität   als   Professor   tätig.   Im   Jahr   1879   erfolgt   seine   Berufung   auf   ein   Ordinariat   für   Kirchengeschichte   an   die Theologische   Fakultät   Gießen   (Hessen).   In   Gießen   heiratet   er   Amalie   Thiersch.   Aus   dieser   Ehe   gehen   in   der   Folgezeit sieben Kinder hervor. Von   1886   bis   1888   ist   Harnack   als   Professor   an   der   Philipps-Universität   Marburg.   Hier   arbeitet   er   an   seinem "Lehrbuch zur Dogmengeschichte", das seinen späteren wissenschaftlichen Ruf begründet. 1888   erfolgt   seine   Berufung   an   die   Berliner   Theologische   Fakultät.   Zwei   Jahre   danach   (1890)   wird   er   in   die   Preußische Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Im   Jahr   1900   erscheint   seine   bekannteste   Schrift:   "Das   Wesen   des   Christentums".   Im   gleichen   Jahr   veröffentlicht   er   seine "200jährige   Geschichte   der   Preußischen   Akademie   der   Wissenschaften".   1905   wird   er   Generaldirektor   der   Preußischen Staatsbibliothek. 1911   wird   Harnack   zu   einem   der   Mitbegründer   der   Kaiser   Wilhelm   Gesellschaft   (heute:   Max-Planck-Gesellschaft),   der   er bis zu seinem Tod als Präsident angehört. 1914 wird Harnack von Kaiser Wilhelm II. in den Ritterstand erhoben. Während   des   1.   Weltkrieges   ist   Harnack   Mitglied   der   "Freien   Vaterländischen   Vereinigung",   deren   Anhänger   für   eine maßvolle   Kriegspolitik   eintreten.   1918   begrüßt   er   den   Ausruf   der   Republik   und   setzt   sich   in   den   folgenden   Jahren   stark für   sie   ein.   1920   wird   er   Mitglied   in   der   "Notgemeinschaft   der   deutschen   Wissenschaft".   Ein   Jahr   später   erfolgt   die Emeritierung. Harnack   widmete   sich   vor   allem   der   Erforschung   des   Neueren   Testaments   und   der   älteren   Kirchengeschichte.   Seine Anteilnahme   an   den   kirchlichen   und   kulturellen   Fragen   seiner   Zeit   führte   ihn   zum   "Evangelisch   Sozialen   Kongreß"   deren Präsident er von 1903 bis 1911 war. Adolf von Harnack verstarb am 10. Juni 1930 in Heidelberg.
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Harnack, Adolf von
Theologe, Politiker und Historiker Geboren am: 07.05.1851 in Dorpat, Estland Gestorben am: 10.06.1930 in Heidelberg Adolf   von   Harnack   zählte   Anfang   des   20.   Jahrhunderts   zu den bekanntesten Theologen in Deutschland. Harnack    wurde    1851    in    Dorpat    (heute:    Tartu)    geboren. Nach     seinem     Theologiestudium     (1869-1872)     an     der Universität   Dorpat   wechselt   er   1873   nach   Leipzig,   wo   er promoviert   und   habilitiert.   Von   1875   bis   1878   ist   er   an   der Leipziger    Universität    als    Professor    tätig.    Im    Jahr    1879 erfolgt      seine      Berufung      auf      ein      Ordinariat      für Kirchengeschichte    an    die    Theologische    Fakultät    Gießen (Hessen).   In   Gießen   heiratet   er Amalie   Thiersch. Aus   dieser Ehe gehen in der Folgezeit sieben Kinder hervor. Von    1886    bis    1888    ist    Harnack    als    Professor    an    der Philipps-Universität   Marburg.   Hier   arbeitet   er   an   seinem "Lehrbuch   zur   Dogmengeschichte",   das   seinen   späteren wissenschaftlichen Ruf begründet. 1888   erfolgt   seine   Berufung   an   die   Berliner   Theologische Fakultät.    Zwei    Jahre    danach    (1890)    wird    er    in    die Preußische Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Im    Jahr    1900    erscheint    seine    bekannteste    Schrift:    "Das Wesen   des   Christentums".   Im   gleichen   Jahr   veröffentlicht er   seine   "200jährige   Geschichte   der   Preußischen   Akademie der    Wissenschaften".    1905    wird    er    Generaldirektor    der Preußischen Staatsbibliothek. 1911   wird   Harnack   zu   einem   der   Mitbegründer   der   Kaiser Wilhelm   Gesellschaft   (heute:   Max-Planck-Gesellschaft),   der er   bis   zu   seinem   Tod   als   Präsident   angehört.   1914   wird Harnack von Kaiser Wilhelm II. in den Ritterstand erhoben. Während    des    1.    Weltkrieges    ist    Harnack    Mitglied    der "Freien   Vaterländischen   Vereinigung",   deren   Anhänger   für eine   maßvolle   Kriegspolitik   eintreten.   1918   begrüßt   er   den Ausruf   der   Republik   und   setzt   sich   in   den   folgenden   Jahren stark     für     sie     ein.     1920     wird     er     Mitglied     in     der "Notgemeinschaft    der    deutschen    Wissenschaft".    Ein    Jahr später erfolgt die Emeritierung. Harnack    widmete    sich    vor    allem    der    Erforschung    des Neueren    Testaments    und    der    älteren    Kirchengeschichte. Seine    Anteilnahme    an    den    kirchlichen    und    kulturellen Fragen   seiner   Zeit   führte   ihn   zum   "Evangelisch   Sozialen Kongreß" deren Präsident er von 1903 bis 1911 war. Adolf von Harnack verstarb am 10. Juni 1930 in Heidelberg.