Marburg in Hessen
Copyright © 2016 Wolfgang Krebs. Alle Rechte vorbehalten.
Jung-Stilling, Johann Heinrich
Arzt, Schriftsteller und Staatswissenschaftler Geboren am: 12.09.1740 in Grund (Rothaargebirge) Gestorben am: 02.04.1817 in Karlsruhe Johann   Heinrich   Jung   wurde   1740   als   Sohn   des   Johann   Helmann   Jung   und   der   Dorothea   Katharina   Jung   in   dem   Dorf   Grund im   Rothaargebirge   geboren.   Sein   Vater   war   ein   Schneider   der   gelegentlich   auch   als   Schulmeister   und   Helfer   seines Bruders,   eines   Feldmessers   und   späteren   Oberbergmeisters   tätig   war.   Nach   dem   frühen   Tod   seiner   Mutter   (1742)   wuchs Jung   zunächst   bei   den   Großeltern   und   Tanten   auf   bis   sein   Vater   die   Erziehung   selber   wieder   aufnahm.   Jung   besuchte   die Dorfschulen    in    Grund    und    Allenbach    und    die    Lateinschule    zu    Hilchenbach    und    konnte    sich    so    eine    recht    gute Allgemeinbildung   verschaffen.   Im Alter   von   15   Jahren   wird   er   Dorfschulmeister   in   Lützel.   In   den   folgenden   Jahren   schlug er   sich   abwechselnd   in   der   Landwirtschaft,   als   Schneider,   Schul-   und   Hauslehrer   durch.   Vollkommen   mittellos   studierte   er von 1770-1772 in Straßburg Medizin. Hier lernte er Goethe und Herder kennen und befreundete sich mit beiden. Ab   1772   betätigt   sich   Jung   als   praktischer Arzt,   der   sich   bald   der   operativen Augenheilkunde   zuwendet. Als   Staroperateur ist   seine   Person   bald   weit   über   die   Grenzen   Deutschlands   hinaus   bekannt.   Jedoch   ändert   sich   seine   finanzielle   Lage dadurch   nicht,   da   viele   seiner   Patienten   aus   eher   ärmlichen   Verhältnissen   stammen   und   entweder   nichts   oder   nur   sehr wenig zahlen können. Goethe   regt   ihn   zur   Niederschrift   seiner   Lebensgeschichte   an   und   veröffentlicht   den   ersten   Teil   ohne   Jung   s   Wissen   unter dem   Titel   "Henrich   Stillings   Jugend",   von   daher   erhielt   Jung   seinen   Beinamen   "Stilling".   Im   Jahr   1778   wird   Jung   an   die Kameralschule   in   Kaiserslautern   berufen,   wo   er   als   Professor   für   Ökonomik   unterrichtet.   1784   geht   er   als   Professor   nach Heidelberg.   In   den   darauf   folgenden   Jahren   erscheinen   von   ihm   zahlreiche   Publikationen   und   aus   Geldmangel   auch Romane. Ab   1787   lehrt   er   an   der   Philipps-Universität   in   Marburg   als   Professor   für   Ökonomik.   In   den   folgenden   Marburger Jahren   erscheinen   von   ihm   zahlreiche   Schriften,   Fachbücher,   Romane,   Erzählungen,   Übersetzungen   und   andere Veröffentlichungen. 1803   zieht   Jung-Stilling   nach   Heidelberg   um   und   wird   dort   Berater   von   Karl   Friedrichs   von   Baden.   1806   siedelt   er   nach Karlsruhe   um.   Hier   in   Karlsruhe   stirbt   er   am   02.   April   1817,   nur   11   Tage   nach   seiner   dritten   Gattin   Elisabeth   Jung   geb. Coing. Johann   Heinrich   Jung-Stilling   war   ein   vielseitig   interessierter   Mann   von   hoher   Intelligenz   und   großer   Schaffenskraft.   Er war   ein   großer   Arzt,   Schriftsteller   und   Staatswissenschaftler.   Er   war   dreimal   verheiratet;   aus   seinen   Ehen   gingen   13 Kinder hervor. Zu seinen Werken zählten u. a.: Die Schleuder eines Hirtenknaben (1775) Henrich Stillings Jugend (1777) Henrich Stillings Jünglingsjahre (1778) Henrich Stillings Wanderschaft (1778) Die Geschichte des Herrn von Morgenthau (1779) Versuch einer Grundlehre sämtlicher Kameralwissenschaften (1779) Die Geschichte Florentins von Fahlendorn (1781) Leben der Theodore von der Linden (1783) Theobald oder die Schwärmer (1784) Lehrbuch der Fabrikwissenschaften (1785) Lehrbuch der Staats-Polizey-Wissenschaft (1787) Henrich Stillings häusliches Leben (1789) System der Staatswirthschaft (1792) Das Heimweh (1794-1796, 4 Bände) Scenen aus dem Geisterreiche (1800-1801, 2 Bände) Henrich Stillings Lehr-Jahre (1804) Theorie der Geister-Kunde (1808) Apologie der Theorie der Geisterkunde (1809) Henrich Stillings Alter (1817, nicht vollendet) Geschichte unseres Herrn Jesu Christi (1820) Viele weiterführende Informationen zu Johann Heinrich Jung-Stilling finden Sie auf der Seite http://jung-stilling-forschung.de/ von Dr. phil. Erich Mertens, Lennestadt.
< zurück < zurück weiter > weiter >
Marburg in Hessen
Copyright © 2016 Wolfgang Krebs. Alle Rechte vorbehalten.
Jung-Stilling, Johann Heinrich
Arzt, Schriftsteller und Staatswissenschaftler Geboren am: 12.09.1740 in Grund (Rothaargebirge) Gestorben am: 02.04.1817 in Karlsruhe Johann    Heinrich    Jung    wurde    1740    als    Sohn    des    Johann Helmann   Jung   und   der   Dorothea   Katharina   Jung   in   dem Dorf   Grund   im   Rothaargebirge   geboren.   Sein   Vater   war   ein Schneider    der    gelegentlich    auch    als    Schulmeister    und Helfer    seines    Bruders,    eines    Feldmessers    und    späteren Oberbergmeisters   tätig   war.   Nach   dem   frühen   Tod   seiner Mutter   (1742)   wuchs   Jung   zunächst   bei   den   Großeltern   und Tanten    auf    bis    sein    Vater    die    Erziehung    selber    wieder aufnahm.    Jung    besuchte    die    Dorfschulen    in    Grund    und Allenbach   und   die   Lateinschule   zu   Hilchenbach   und   konnte sich   so   eine   recht   gute   Allgemeinbildung   verschaffen.   Im Alter   von   15   Jahren   wird   er   Dorfschulmeister   in   Lützel.   In den   folgenden   Jahren   schlug   er   sich   abwechselnd   in   der Landwirtschaft,     als     Schneider,     Schul-     und     Hauslehrer durch.   Vollkommen   mittellos   studierte   er   von   1770-1772   in Straßburg    Medizin.    Hier    lernte    er    Goethe    und    Herder kennen und befreundete sich mit beiden. Ab   1772   betätigt   sich   Jung   als   praktischer   Arzt,   der   sich bald     der     operativen     Augenheilkunde     zuwendet.     Als Staroperateur   ist   seine   Person   bald   weit   über   die   Grenzen Deutschlands    hinaus    bekannt.    Jedoch    ändert    sich    seine finanzielle   Lage   dadurch   nicht,   da   viele   seiner   Patienten aus   eher   ärmlichen   Verhältnissen   stammen   und   entweder nichts oder nur sehr wenig zahlen können. Goethe   regt   ihn   zur   Niederschrift   seiner   Lebensgeschichte an   und   veröffentlicht   den   ersten   Teil   ohne   Jung   s   Wissen unter    dem    Titel    "Henrich    Stillings    Jugend",    von    daher erhielt   Jung   seinen   Beinamen   "Stilling".   Im   Jahr   1778   wird Jung   an   die   Kameralschule   in   Kaiserslautern   berufen,   wo   er als   Professor   für   Ökonomik   unterrichtet.   1784   geht   er   als Professor   nach   Heidelberg.   In   den   darauf   folgenden   Jahren erscheinen    von    ihm    zahlreiche    Publikationen    und    aus Geldmangel auch Romane. Ab   1787   lehrt   er   an   der   Philipps-Universität   in   Marburg als   Professor   für   Ökonomik.   In   den   folgenden   Marburger Jahren     erscheinen     von     ihm     zahlreiche     Schriften, Fachbücher,   Romane,   Erzählungen,   Übersetzungen   und andere Veröffentlichungen. 1803   zieht   Jung-Stilling   nach   Heidelberg   um   und   wird   dort Berater   von   Karl   Friedrichs   von   Baden.   1806   siedelt   er   nach Karlsruhe   um.   Hier   in   Karlsruhe   stirbt   er   am   02. April   1817, nur   11   Tage   nach   seiner   dritten   Gattin   Elisabeth   Jung   geb. Coing. Johann      Heinrich      Jung-Stilling      war      ein      vielseitig interessierter    Mann    von    hoher    Intelligenz    und    großer Schaffenskraft.   Er   war   ein   großer   Arzt,   Schriftsteller   und Staatswissenschaftler.    Er    war    dreimal    verheiratet;    aus seinen Ehen gingen 13 Kinder hervor. Zu seinen Werken zählten u. a.: Die Schleuder eines Hirtenknaben (1775) Henrich Stillings Jugend (1777) Henrich Stillings Jünglingsjahre (1778) Henrich Stillings Wanderschaft (1778) Die Geschichte des Herrn von Morgenthau (1779) Versuch einer Grundlehre sämtlicher Kameralwissenschaften (1779) Die Geschichte Florentins von Fahlendorn (1781) Leben der Theodore von der Linden (1783) Theobald oder die Schwärmer (1784) Lehrbuch der Fabrikwissenschaften (1785) Lehrbuch der Staats-Polizey-Wissenschaft (1787) Henrich Stillings häusliches Leben (1789) System der Staatswirthschaft (1792) Das Heimweh (1794-1796, 4 Bände) Scenen aus dem Geisterreiche (1800-1801, 2 Bände) Henrich Stillings Lehr-Jahre (1804) Theorie der Geister-Kunde (1808) Apologie der Theorie der Geisterkunde (1809) Henrich Stillings Alter (1817, nicht vollendet) Geschichte unseres Herrn Jesu Christi (1820) Viele weiterführende Informationen zu Johann Heinrich Jung-Stilling finden Sie auf der Seite http://jung-stilling-forschung.de/ von Dr. phil. Erich Mertens, Lennestadt.