Piscator, Erwin

Deutscher Regisseur und Theaterleiter

Geboren am:
17.12.1893 in Marburg

Gestorben am:
30.03.1966 in Starnberg

Erwin Piscator war ein bedeutender Regisseur und Theaterleiter, der vor allem das Theaterleben Berlins in den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts entscheidend prägte.

Piscator wuchs in Marburg auf und verbrachte hier seine gesamte Schul- und Jugendzeit. Nach dem Besuch des Marburger Realgymnasiums verließ er Marburg im Jahr 1913 und wurde Schauspieler am Hoftheater in München.

Während des 1. Weltkrieges war er als Soldat (1915-1917) an der Westfront und leitete dort ein Jahr das Fronttheater.

1920 gründet Piscator in Berlin das "Proletarische Theater". Diese Bühne der revolutionären Arbeiter Berlins wird aber bereits ein Jahr später wieder geschlossen. Von 1922-1923 leitet er das "Central-Theater" in Berlin-Kreuzberg. Als Regisseur an der Berliner Volksbühne entwickelt Piscator in den Jahren von 1924-1927 seinen eigenen speziellen Inszenierungsstil und eröffnet bis 1933 in Berlin drei eigene Bühnen. Danach emigriert er zunächst in die UdSSR und schließlich in die USA.

In den USA gründet er in New York den "Dramatic Workshop", deren Leiter er auch wird. Zu Piscators Schülern zählten Persönlichkeiten wie Marlon Brando, Tennessee Williams und Arthur Miller.

1951 kehrt Piscator nach Europa zurück. Bis 1961 arbeitet er als Gastregisseur in Italien, der Schweiz, den Niederlanden, Schweden und Deutschland. Auch in Marburg gibt er zwischen 1952 und 1960 mehrere Gastinszenierungen. 1962 wird er zum Intendanten der "Freien Volksbühne" in West-Berlin berufen.

Erwin Piscator starb am 30.03.1966 in Starnberg und wurde auf dem Berliner Waldfried beigesetzt. In Marburg erinnert das Erwin-Piscator-Haus (Stadthalle) an ihn.


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