Marburg in Hessen
Copyright © 2016 Wolfgang Krebs. Alle Rechte vorbehalten.
Piscator, Erwin
Deutscher Regisseur und Theaterleiter Geboren am: 17.12.1893 in Ulm, Kreis Wetzlar (heute Greifenstein-Ulm ,Lahn-Dill-Kreis) Gestorben am: 30.03.1966 in Starnberg Erwin    Piscator    war    ein    bedeutender    Regisseur    und    Theaterleiter,    der    vor    allem    das    Theaterleben    Berlins    in    den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts entscheidend prägte. Piscator   wuchs   ab   1899   in   Marburg   auf   und   verbrachte   hier   seine   gesamte   Schul-   und   Jugendzeit.   Nach   dem   Besuch des Marburger Realgymnasiums verließ er Marburg im Jahr 1913 und wurde Schauspieler am Hoftheater in München. Während des 1. Weltkrieges war er als Soldat (1915-1917) an der Westfront und leitete dort ein Jahr das Fronttheater. 1920   gründet   Piscator   in   Berlin   das   "Proletarische   Theater".   Diese   Bühne   der   revolutionären   Arbeiter   Berlins   wird   aber bereits   ein   Jahr   später   wieder   geschlossen.   Von   1922-1923   leitet   er   das   "Central-Theater"   in   Berlin   Kreuzberg.   Als Regisseur    an    der    Berliner    Volksbühne    entwickelt    Piscator    in    den    Jahren    von    1924-1927    seinen    eigenen    speziellen Inszenierungsstil   und   eröffnet   bis   1933   in   Berlin   drei   eigene   Bühnen.   Danach   emigriert   er   zunächst   in   die   UdSSR   und schließlich in die USA. In   den   USA   gründet   er   in   New   York   den   "Dramatic   Workshop",   deren   Leiter   er   auch   wird.   Zu   Piscators   Schülern   zählten Persönlichkeiten wie Marlon Brando, Tennessee Williams und Arthur Miller. 1951   kehrt   Piscator   nach   Europa   zurück.   Bis   1961   arbeitet   er   als   Gastregisseur   in   Italien,   der   Schweiz,   den   Niederlanden, Schweden und Deutschland. Auch in Marburg finden in den Jahren zwischen 1952 und 1960 mehrere Gastinszenierungen statt. 1962 wird er zum Intendanten der "Freien Volksbühne" in West-Berlin berufen. Erwin Piscator starb am 30.03.1966 in Starnberg und wurde auf dem Berliner Waldfried beigesetzt. In Marburg erinnert das Erwin-Piscator-Haus (Stadthalle) an ihn.
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Piscator, Erwin
Deutscher Regisseur und Theaterleiter Geboren am: 17.12.1893   in   Ulm,   Kreis   Wetzlar   (heute   Greifenstein-Ulm ,Lahn-Dill-Kreis) Gestorben am: 30.03.1966 in Starnberg Erwin     Piscator     war     ein     bedeutender     Regisseur     und Theaterleiter,   der   vor   allem   das   Theaterleben   Berlins   in den       Zwanzigerjahren       des       letzten       Jahrhunderts entscheidend prägte. Piscator   wuchs   ab   1899   in   Marburg   auf   und   verbrachte hier   seine   gesamte   Schul-   und   Jugendzeit.   Nach   dem Besuch     des     Marburger     Realgymnasiums     verließ     er Marburg    im    Jahr    1913    und    wurde    Schauspieler    am Hoftheater in München. Während   des   1.   Weltkrieges   war   er   als   Soldat   (1915-1917) an     der     Westfront     und     leitete     dort     ein     Jahr     das Fronttheater. 1920   gründet   Piscator   in   Berlin   das   "Proletarische   Theater". Diese   Bühne   der   revolutionären   Arbeiter   Berlins   wird   aber bereits   ein   Jahr   später   wieder   geschlossen.   Von   1922-1923 leitet    er    das    "Central-Theater"    in    Berlin    Kreuzberg.   Als Regisseur   an   der   Berliner   Volksbühne   entwickelt   Piscator   in den    Jahren    von    1924-1927    seinen    eigenen    speziellen Inszenierungsstil   und   eröffnet   bis   1933   in   Berlin   drei   eigene Bühnen.   Danach   emigriert   er   zunächst   in   die   UdSSR   und schließlich in die USA. In    den    USA    gründet    er    in    New    York    den    "Dramatic Workshop",    deren    Leiter    er    auch    wird.    Zu    Piscators Schülern    zählten    Persönlichkeiten    wie    Marlon    Brando, Tennessee Williams und Arthur Miller. 1951   kehrt   Piscator   nach   Europa   zurück.   Bis   1961   arbeitet er     als     Gastregisseur     in     Italien,     der     Schweiz,     den Niederlanden, Schweden und Deutschland. Auch   in   Marburg   finden   in   den   Jahren   zwischen   1952 und 1960 mehrere Gastinszenierungen statt. 1962   wird   er   zum   Intendanten   der   "Freien   Volksbühne"   in West-Berlin berufen. Erwin   Piscator   starb   am   30.03.1966   in   Starnberg   und   wurde auf dem Berliner Waldfried beigesetzt. In   Marburg   erinnert   das   Erwin-Piscator-Haus   (Stadthalle) an ihn.