Die alte Siechenkapelle St. Jost liegt östlich von
Weidenhausen am alten Weidenhäuser Friedhof. Zusammen mit dem alten Siechenhaus diente die Kapelle im Mittelalter (Spätmittelalter) als Zuflucht für Pilger, Kranke und Aussätzige.
Die Kapelle wurde im 14. Jahrhundert erbaut. Bei wissenschaftlichen Untersuchungen wurde festgestellt, dass die Dachbalken für das Dachgestühl des Kapellenchores um ca. 1310 angefertigt wurden. Eine Erweiterung der Kapelle wird auf die Jahre um 1382/83 datiert. Besonders hervorzuheben ist die grün bemalte Empore aus dem Jahr 1603.
Durch den Ausbau der Bundesstraße 3 (B3) zur Stadtautobahn wurde die kleine Kapelle Ende der 60er Jahre räumlich von Weidenhausen abgetrennt und ist heute über den Erlenring und die neue Kurt-Schumacher-Brücke erreichbar.
Die Kapelle St. Jost wird auch heute noch regelmäßig für Andachten, Hochzeiten und Taufen genutzt und gehört zum Gemeindebezirk Ost der Marburger Universitätskirche.