An der Nordseite des Kernschloßes finden wir den Saalbau. Bereits durch seine äußere Erscheinung gehört der Saalbau zu den herausragendsten Profanbauten der Gotik in Deutschland. Er ist das Glanzlicht des Marburger Landgrafenschloßes.
Der Saalbau besitzt drei Geschosse, die von einem mächtigen Satteldach gekrönt werden. Ursprünglich stand der Saalbau weitgehend frei, so dass die vier (achteckigen) Ecktürme besonders gut zur Geltung kamen. Durch die spätere Aufstockung des Westflügels ging allerdings ein Teil dieses Effekts verloren. Die Türme waren früher von Zinnenkränzen geschmückt, diese wurden jedoch später durch die heute noch vorhandenen Dachhauben ersetzt.
Die Nordseite des Saalbaus verwöhnt uns mit einem Blick auf die eindrucksvollen Maßwerkfenster des oberen Stockwerkes. Ein Mittelgiebel und die starken Eckpfeiler mit ihren aufgesetzten Türmen betonen die weitgehende Eigenständigkeit des Gebäudes.
Im oberen Stockwerk des Saalbaus liegt der 33 Meter lange, 14 Meter breite und 8 Meter hohe Fürstensaal des Marburger Schlosses. Der Fürstensaal gilt als einer der schönsten und wichtigsten gotischen Säle in Deutschland. Durch ein großes Renaissanceportal gelangt man von hier aus über den Grünen Gang zum Frauenbau (Westflügel).
Ein Durchgang im Osten des Saalbaus führt zum Leutehaus, eine Treppe an der Südseite zum Kleinen Saal im Erdgeschoss. Außer dem Kleinen Saal finden wir im Erdgeschoss auch noch den Waldecker Saal. Der Kleine Saal und der Waldecker Saal haben zusammen die Größe des darüber liegenden Fürstensaals.
Auch in heutiger Zeit werden die Säle noch zu besonderen Anlässen genutzt und eine Besichtigung ist normalerweise zu den normalen Öffnungszeiten des Schloßes möglich.