Liebknecht, Wilhelm - Marburg

Marburger Landgrafenschloss
Pilgrimstein, Marburg
Marburg
in
Hessen
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Liebknecht, Wilhelm

Historisches > Bekannte Marburger
Politiker, Mitbegründer der SPD

Geboren am:
29.03.1826 in Gießen (Hessen)

Gestorben am:
07.08.1900 in Charlottenburg (Berlin)


Liebknecht wird 1826 als Sohn des hessischen Regierungsbeamten Ludwig Christian Liebknecht geboren. Nach dem Tod seiner Eltern (1832) wächst er bei Verwandten auf. Von 1832 bis 1842 besucht er das Gymnasium in Gießen.

Ab 1842 studiert Liebknecht in Gießen, Berlin und Marburg die Fächer Philologie, Theologie und Philosophie. Während seiner Zeit in Marburg (1846 - 1847) wohnt Liebknecht im Haus Wettergasse 9.

In den Jahren 1847 - 1848 arbeitet Liebknecht als Lehrer in Zürich und als Korrespondent der "Mannheimer Abendzeitung". Im Februar 1848 nimmt er an den revolutionären Kämpfen in Paris teil und beteiligt sich im September 1848 als Freischärler an der republikanischen Erhebung des Gustav von Struve. Er gerät hiernach in Untersuchungshaft. Nach seiner Freilassung nimmt er als Adjutant Struves an den Reichsverfassungskämpfen teil und muss nach dem Scheitern der Revolution in die Schweiz flüchten.

1850 wird Liebknecht, wegen seinen Bemühungen der Vereinigung der deutschen Arbeitervereine in der Schweiz, verhaftet und des Landes verwiesen. In London tritt er dem Bund der Kommunisten bei und hat in seinem englischen Exil u.a. Kontakte zu Karl Marx und Engels. 1862 kehrt Liebknecht nach einer Amnestie für die Teilnehmer der Revolution von 1846/47 nach Deutschland zurück.

Im Jahr 1867 gründet Liebknecht zusammen mit August Bebel die sächsische Volkspartei und zieht als Abgeordneter in den Norddeutschen Reichstag ein. 1869 gründet er die "Sozialdemokratische Arbeiterpartei Deutschlands (SDAP)". 1871 stimmt Liebknecht im Norddeutschen Reichstag gegen einen neuen Kredit für den Krieg gegen Frankreich. 1872 wird er im Leipziger Hochverratsprozess zu 2 Jahren Festungshaft verurteilt.

1874/75 wird Liebknecht in den Deutschen Reichstag gewählt und hat maßgeblichen Einfluss auf den Zusammenschluss der Parteien SDAP und ADAV zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAP). 1876 wird er Redakteur des neu gegründeten Parteiorgans "Vorwärts".

Von 1878-1890 nutzt Liebknecht seine Position im Reichstag zu heftiger Kritik an der politischen Situation und der Unfähigkeit der Regierung. 1891 wird er Chefredakteur des "Vorwärts". Auf dem Erfurter Parteitag der SPD (Sozialdemokratischen Partei Deutschlands) prägt er maßgeblich deren neues Parteiprogramm.

Am 07.08.1900 stirbt Wilhelm Liebknecht in Berlin - Charlottenburg. Mehr als 150.000 Menschen geben ihm das letzte Geleit.

Copyright © 2017 Wolfgang Krebs.
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