Marburg in Hessen
Copyright © 2016 Wolfgang Krebs. Alle Rechte vorbehalten.
Reichwein, Adolf
Bekannter Widerständler gegen das NS-Regime Geboren am: 03.10.1898 in Bad Ems Gestorben am: 20.10.1944 Adolf   Reichwein   wurde   am   03.10.1898   als   Sohn   des   Lehrers   Karl   Reichwein   in   Bad   Ems   geboren.   1904   zieht   die   Familie nach   Ober-Rosbach   bei   Friedberg   (Hessen).   Reichwein   besucht   dort   die   Dorfschule,   die   von   seinem   Vater   geleitet   wird. 1917   meldet   er   sich   als   Freiwilliger   zum   1.   Weltkrieg   und   macht   aus   der   Kaserne   heraus   sein   Abitur   am   Gymnasium   in Friedberg. 1918 wird er sehr schwer verwundet und ändert daraufhin seine Einstellung zu Vaterland und Krieg gründlich. Nach   seiner   Genesung   beginnt   Reichwein   im   Dezember   1918   sein   Studium   der   Philosophie,   Geschichte,   Germanistik   und Volkswirtschaft in Frankfurt. 1920   wechselt   er   zur   Universität   Marburg.   Im   gleichen   Jahr   heiratet   er   Eva   Hillmann.   1921   reicht   er   in   Marburg seine Doktorarbeit über "China und Europa im 18. Jahrhundert" ein. Kurz    darauf    (1922)    verlässt    Reichwein    Marburg    und    übernimmt    eine    Sekretärsstelle    im    Ausschuss    der    deutschen Volksbildungsvereinigung     im     preußischen     Kultusministerium     und     wird     wenig     später     Leiter     der     thüringischen Volkshochschulen. 1923 promoviert er zum Doktor der Philosophie. 1926-27   unternimmt   Reichwein   eine   Weltreise,   die   ihn   über   Nord-   und   Südamerika   in   den   Fernen   Osten   und   die   Südsee führen   sollte.   Nach   dem   Unfalltod   seines   zweijährigen   Sohnes   wird   seine   Ehe   mit   Eva   Hillmann   geschieden.   1929   wird   er persönlicher Referent und Pressesprecher des preußischen Kultusministers Carl Heinrich Becker. 1930   wird   Reichwein   Professor   für   Geschichte   und   Staatsbürgerkunde   an   der   Pädagogischen Akademie   in   Halle   (Saale).   Ein Jahr später tritt er in die SPD ein. 1933 heiratet er Rosemarie Pallat, mit der er 4 Kinder haben sollte. Nach    der    Machtübernahme    Hitlers    wird    Reichwein    in    Halle    entlassen    und    wird    Schullehrer    in    Tiefensee    (Mark Brandenburg).   1939   geht   Reichwein   als   Leiter   der   Abteilung   "Schule   und   Museum"   an   das   Berliner   Museum   für   Deutsche Volkskunde. Ab   1940   arbeitet   Reichwein   in   der   Widerstandsgruppe   "Kreisauer   Kreis"   mit.   Nach   dem   Krieg   soll   er   Kultusminister   im   neu gestalteten   Deutschland   werden.   Bei   einem   geheimen   Treffen   mit   einer   kommunistischen   Widerstandsgruppe   wird   er   von einem   Spitzel   verraten   und   in   der   Nacht   vom   4.   zum   5.   Juli   1944   von   der   Gestapo   verhaftet.   Nach   3   Monaten   Haft   wird   er vom Volksgerichtshof unter Roland Freisler am 20.10.1944 zum Tode verurteilt und noch am gleichen Tage hingerichtet.
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Reichwein, Adolf
Bekannter Widerständler gegen das NS-Regime Geboren am: 03.10.1898 in Bad Ems Gestorben am: 20.10.1944 Adolf   Reichwein   wurde   am   03.10.1898   als   Sohn   des   Lehrers Karl   Reichwein   in   Bad   Ems   geboren.   1904   zieht   die   Familie nach    Ober-Rosbach    bei    Friedberg    (Hessen).    Reichwein besucht   dort   die   Dorfschule,   die   von   seinem   Vater   geleitet wird.   1917   meldet   er   sich   als   Freiwilliger   zum   1.   Weltkrieg und    macht    aus    der    Kaserne    heraus    sein    Abitur    am Gymnasium    in    Friedberg.    1918    wird    er    sehr    schwer verwundet    und    ändert    daraufhin    seine    Einstellung    zu Vaterland und Krieg gründlich. Nach    seiner    Genesung    beginnt    Reichwein    im    Dezember 1918   sein   Studium   der   Philosophie,   Geschichte,   Germanistik und Volkswirtschaft in Frankfurt. 1920   wechselt   er   zur   Universität   Marburg.   Im   gleichen Jahr   heiratet   er   Eva   Hillmann.   1921   reicht   er   in   Marburg seine    Doktorarbeit    über    "China    und    Europa    im    18. Jahrhundert" ein. Kurz     darauf     (1922)     verlässt     Reichwein     Marburg     und übernimmt   eine   Sekretärsstelle   im Ausschuss   der   deutschen Volksbildungsvereinigung   im   preußischen   Kultusministerium und      wird      wenig      später      Leiter      der      thüringischen Volkshochschulen.    1923    promoviert    er    zum    Doktor    der Philosophie. 1926-27   unternimmt   Reichwein   eine   Weltreise,   die   ihn   über Nord-   und   Südamerika   in   den   Fernen   Osten   und   die   Südsee führen    sollte.    Nach    dem    Unfalltod    seines    zweijährigen Sohnes   wird   seine   Ehe   mit   Eva   Hillmann   geschieden.   1929 wird    er    persönlicher    Referent    und    Pressesprecher    des preußischen Kultusministers Carl Heinrich Becker. 1930     wird     Reichwein     Professor     für     Geschichte     und Staatsbürgerkunde   an   der   Pädagogischen Akademie   in   Halle (Saale).    Ein    Jahr    später    tritt    er    in    die    SPD    ein.    1933 heiratet   er   Rosemarie   Pallat,   mit   der   er   4   Kinder   haben sollte. Nach   der   Machtübernahme   Hitlers   wird   Reichwein   in   Halle entlassen     und     wird     Schullehrer     in     Tiefensee     (Mark Brandenburg).   1939   geht   Reichwein   als   Leiter   der Abteilung "Schule   und   Museum"   an   das   Berliner   Museum   für   Deutsche Volkskunde. Ab    1940    arbeitet    Reichwein    in    der    Widerstandsgruppe "Kreisauer   Kreis"   mit.   Nach   dem   Krieg   soll   er   Kultusminister im     neu     gestalteten     Deutschland     werden.     Bei     einem geheimen        Treffen        mit        einer        kommunistischen Widerstandsgruppe   wird   er   von   einem   Spitzel   verraten   und in   der   Nacht   vom   4.   zum   5.   Juli   1944   von   der   Gestapo verhaftet.      Nach      3      Monaten      Haft      wird      er      vom Volksgerichtshof   unter   Roland   Freisler   am   20.10.1944   zum Tode verurteilt und noch am gleichen Tage hingerichtet.